Chloé Bully ist bereit

Chloe Bully am Ball.
Chloe Bully am Ball. Foto: Günter Mydlak

HTC Basketball

Kaum eine Basketball-Spielerin des Herner TC war durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und den Saisonabbruch derart betroffen wie Chloé Bully, die sich nach einer Verletzung des vorderen Kreuxbandes und monatelangen Reha-Maßnahmen wieder zurück gekämpft hatte: „Das Virus kam und alles wurde genau in dem Augenblick heruntergefahren, als ich wieder in das Team-Training einsteigen konnte. Von jetzt auf gleich war alles zu Ende. Das war eine schwere Zeit für mich. Alle gingen nach Hause, aber ich blieb noch einen Monat in Herne, um weiter mit den Physiotherapeuten des Teams zu üben - früh am Morgen und natürlich mit Maske."

Um ihre Physiotermine und ärztliche Untersuchungen zu optimieren, pendelte Chloé Bully anschließend zwischen Belgien und Herne hin und her. „Als es nach den Vorgaben wieder erlaubt war, habe ich habe mit dem zweiten Damen-Team angefangen zu üben. Es war natürlich sehr wichtig für mich, in dieser schweren Zeit zu meiner Familie nach Hause zu gehen. Eine weitere Priorität war es jedoch, weiter zu trainieren und Basketball zu spielen, da ich dies seit fast einem Jahr nicht mehr konnte.“

Chloe Bully besetzt ab August 2018 die Guard Position beim HTC.
Chloe Bully besetzt seit August 2018 die Guard Position beim HTC. Foto: HTC

Ihre Anstrengungen zeigen nun gute Ergebnisse und Chloé fühlt sich bereit wieder anzugreifen: „Ich fühle mich zu 100 Prozent wieder auf dem Platz. Ich weiß um all die Anstrengungen, die ich geleistet habe, und all die Stunden, die ich im Fitnessstudio, im Schwimmbecken oder der Sporthalle verbracht habe. Das einzige Problem ist, dass ich aufgrund des Virus immer noch kein Spieltraining - 5 gegen 5 - absolvieren konnte. Damit werde ich wieder anfangen, wenn die Vorsaison mit Herne beginnt."

Mit ihren Erwartungen bleibt sie bescheiden – oder doch nicht? „Einen weiteren Titel zu gewinnen – ich hätte nichts dagegen. Aber zuallererst hoffe ich für das ganze Team und für mich auf eine gesunde und erfolgreiche Saison.“

Nach zwei Jahren fühlt sich die Belgierin richtig wohl in Herne: „Herne ist für mich wie zu Hause. Die Leute im Verein und dem Umfeld, die Fans … alle versuchen immer ihr Bestes, um alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um auf jede erdenkliche Weise zu helfen. In der Professionalisierung wird der Herner TC von Jahr zu Jahr besser und die Tatsache, dass wir 2018-2019 alles gewonnen haben, beweist dies. Die Erinnerunge, die ich an diese Saison behalte, werden immer einige meiner schönsten sein. Wichtig ist mir, dass während der Kreuzband-Operationen und der Reha der Verein, die Mitarbeiter, die Fans und die Spieler immer für mich da waren und einen großartiges Rückhalt bildeten. Ich könnte mir nicht vorstellen, im kommenden Jahr für einen anderen Club aufzulaufen."

Chloe Bully (l.).
Chloe Bully (l.). Foto: Günter Mydlak

Auch Chreftrainer Marek Piotrowski geht zuerst auf die Verletzung von Chloé ein: „Nach vielen Monaten der Rehablitaion sieht es jetzt für Chloé gut aus. Sie ist auf dem besten Weg zurück auf das Parkett. Vor einigen Jahren hatte sie die gleiche Verletzung an dem anderen Knie. Sich dann ein zweites Mal so zu motivieren, um zurückzukommen, bedeutet schon Einiges. Ich freue mich aufrichtig für sie. Chloé Bully auf dem Spielfeld - das ist für mich DIE kleine Kriegerin mit dem großen Kämpferherz. Sie lässt nicht locker, egal was passiert. So eine Spielerin zieht das Team mit. Sie brauchst Du um zu gewinnen, besonders wenn es in den wichtigen Spielen drauf ankommt.“

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