Caritas eröffnet zwei Senioren-WGs

Der Vertrag wird präsentiert.
(v-l): Ansgar Montag, Dr. Alexander Sturm (Caritas Herne), Gunna Wiatr, Hans-Joachim Hess und Frank Militzer (Wohnstätten Wanne-Eickel). Foto: Stefan Kuhn

Mitten im Quartier und mitten im Leben: Im Albert-Schweitzer-Carré in Röhlinghausen eröffnet der Caritasverband Herne zwei ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaften für insgesamt 20 Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf. Den Mietvertrag für diese vergleichsweise neue Wohnform, die ab Sommer 2020 im Albert-Schweitzer-Haus ihre Tore öffnen wird, unterzeichnete Caritas-Vorstand Ansgar Montag jetzt bei der Wohnungsgenossenschaft Wohnstätten Wanne-Eickel e.G., die das Vorzeige-Quartier zurzeit auf einem rund 11.000 Quadratmeter großen Areal an der Eichendorff-/Fritz-Reuter-Straße errichtet. Die Wohngemeinschaften für jeweils zehn Mieterinnen und Mieter entstehen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Gebäudes. Jeder Mieter erhält ein eigenes, circa 23 Quadratmeter großes Zimmer mit Bad. Eine große Wohnküche, eine Terrasse und ein Garten werden gemeinschaftlich genutzt. Caritas-Vorstand Ansgar Montag: „Unsere Mieter leben in den Wohngemeinschaften einen familienähnlichen Alltag. Wir als Caritas sind dort rund um die Uhr präsent, mit Alltagsbegleitern, Pflegekräften sowie einer Ordensschwester, die dem Tagesablauf Struktur geben und die Mieterinnen und Mieter je nach Bedarf begleiten und betreuen.“

Große Akzeptanz für neue WGs

Mit der Vermietung der 20 Zimmer will die Caritas Ende des Jahres beginnen. Das WG-Angebot richtet sich an alle Menschen, die Betreuung benötigen, vor allem an Menschen mit Demenz, so Ansgar Montag. Neben den Wohngemeinschaften werden im Albert-Schweitzer-Haus 13 bereits vermietete Wohnungen mit Größen zwischen 47 und 87 qm² sowie eine Gästewohnung entstehen. „Unter unseren neuen Nutzern gibt es eine große Akzeptanz für die beiden Wohngemeinschaften“, hat Wohnstätten-Vorstand Gunna Wiatr erfahren. Diese Akzeptanz spürt Ansgar Montag auch im Stadthaus am Robert-Brauner-Platz, wo die Caritas bereits ein ähnliches Projekt wie in Röhlinghausen realisiert hat.

Selbstbestimmtes Leben führen

Der Mietvertrag zwischen den Wohnstätten und der Caritas beginnt mit Fertigstellung des Hauses und gilt für zehn Jahre – „plus Option auf weitere zehn Jahre“, so Dr. Alexander Sturm, Vorsitzender des Caritasrates. Die Mieter der WG zahlen für ihre Wohnung circa 2.500 Euro im Monat, darin sind die Miete, Nebenkosten, Haushaltsgeld und die Betreuungspauschale enthalten. Sturm: „Das ist vergleichbar mit anderen Wohnheimen. Und hier können die Mieter ein selbstbestimmtes Leben führen, für das auch die Mitarbeit der Angehörigen erwünscht ist.“ Falls die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, übernimmt die Stadt Herne den fehlenden Anteil. Ein Wohnquartier für etwa 170 Menschen Das Albert-Schweitzer-Carré ist als lebendiges Wohnquartier für etwa 170 ältere Menschen, Alleinstehende, Paare und Familien gedacht. Gebaut werden Wohnungen mit einer Größe von etwa 60 bis 104 Quadratmetern, der Mietpreis soll zwischen 7,80 und 8,30 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich Betriebskosten, liegen.

Bei der Unterzeichnung.
Die Vertragsunterzeichung bei den Wohnstätten Wanne-Eickel eG. Foto: Stefan Kuhn

Dazu kommen sechs familienfreundliche Doppelhaushälften sowie das Albert-Schweitzer-Haus, in dem u.a. die beiden ambulant betreuten Wohngemeinschaften Platz finden. Die Erdarbeiten haben im November 2017 begonnen, die ersten Wohnungen sollen im September 2019 bezogen werden. Alle Wohneinheiten im Albert-Schweitzer-Carré, das Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda bei der Grundsteinlegung als „Leuchtturmprojekt für unsere Stadt“ bezeichnete, sind bereits vermietet.

Größte Wohnungsgenossenschaft in Herne

Seit Januar 2017 firmiert die ehemals Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG unter dem Namen Wohnstätten Wanne-Eickel eG. Mit rund 2.000 Wohnungen und knapp 4.000 Mitgliedern ist sie die größte Wohnungsgenossenschaft in Herne. Allein in den vergangenen fünf Jahren investierten die Wohnstätten ca. 32 Mio. Euro in Neubau und Modernisierung. Sie versteht sich nicht allein als Anbieter für bezahlbaren Wohnraum, sondern auch als Vermittler von Service und Dienstleistungen für alle Zielgruppen sowie als Entwickler von Stadtteilen und Quartieren.

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