Die Arbeit der Autobahnmeisterei Gelsenkirchen
Betreuung von einzigartigen Strecken im Ruhrgebiet
Gelsenkirchen. Sie liegt mitten im Pott, südlich der Arena auf Schalke, nördlich von Wattenscheid: Die Autobahnmeisterei Gelsenkirchen. Ihre Männer und Frauen in Orange arbeiten auf einigen der bekanntesten Routen Nordrhein-Westfalens: Der Ruhrgebiet-Route schlechthin, der A40, von Dortmund bis Gelsenkirchen. Dazu kommen die A42 von Dortmund bis Bottrop, und die A43 von Marl bis Wuppertal, als wichtige Nord-Süd-Verbindung eine „Schlagader der Region“. Nicht zuletzt ist da die „Neue“, die A448 bei Bochum, die 2024 fertiggestellt wurde.
Diese Autobahnen sind deutschlandweit einzigartig. Viele sind aus alten Bundesstraßen entstanden, weswegen die Wohnbebauung hier bis an die Strecken heranrückt. „Wenn wir einen Schritt von der Autobahn gehen, stehen wir schon in den Gärten“, erklärt Michel von Scherenberg, Leiter der Meisterei – und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Deswegen haben wir auch viel Kontakt mit den Anwohnern, spätestens, wenn der Knöterich über die Grundstücksgrenze wächst.“
Vom Stadion bis zur Schrankenanlage
Die besondere Struktur des Netzes zeigt sich auch an den Streckenkilometern. Zählt man nur die Autobahn selbst, betreut die Meisterei 79 Kilometer. Nimmt man die 41 Anschlussstellen dazu, wächst die Strecke auf beachtliche 155 Kilometer. So viele Anschlussstellen auf so engem Raum gibt es in Deutschland nur selten – ebenfalls eine Folge des urbanen Raums im „Pott“.
„Neulich hat unsere Niederlassung in Hamm gefragt, wie viele Kilometer Wildschutzzaun wir an unseren Strecken haben“, sagt Michel von Scherenberg. „Als wir geantwortet haben, dass es so etwas hier eigentlich gar nicht gibt, konnten sie es erst kaum glauben.“ So ist das Ruhrgebiet eben. Dafür gibt es hier viele Kilometer Lärmschutzwand. Und jede Menge Verkehr, dank der Einkaufszentren Ruhrpark in Bochum und des CentrOs in Oberhausen sowie der vier Fußballstadien – das Westfalenstadion, die Arena auf Schalke, das Ruhrstadion Bochum und das Stadion Hafenstraße in Essen.
Auch Technikfreunde kommen mit den drei Tunneln auf ihre Kosten. Zwei davon betreut die Meisterei in Bochum und seit Sommer 2025 auch einen dritten im Kreuz Herne, den neuen Tunnel Baukau mit 550 Metern Länge. Für die Meisterei bedeutet das zusätzliche Herausforderungen bei der Reinigung. Ebenfalls nicht ganz einfach ist die Pflege der Autobahnen stellenweise auf der A42 und der A43. Hier sind auf beiden Autobahnen die Brücken über den Rhein-Herne-Kanal in die Jahre gekommen und der Verkehr ab 3,5 Tonnen muss per Schrankenanlage abgeleitet werden.
Gut vernetzt in der Region
Ein Vorteil der Lage mitten im Ruhrgebiet: Die Meisterei Gelsenkirchen findet immer schnell Personal. Nach dem Start der Autobahn GmbH 2021 sind die Mitarbeiterzahlen rapide gewachsen. „Das war eine Herausforderung, wir mussten zeitweise zehn Mitarbeitende gleichzeitig einarbeiten“, sagt von Scherenberg. Eine deutliche Belastung für die Mitarbeiter, die sich aber gelohnt hat: „Mittlerweile entwickeln wir uns zu einem gut eingespielten Team“.
Auch mit den Schulen in der Region ist die Meisterei vernetzt. Regelmäßig kommen junge Menschen vorbei, um sich den Beruf des Straßenwärters vorstellen zu lassen. Die potentiellen zukünftigen Mitarbeiter treffen, wenn sie Glück haben, auch auf die Vergangenheit: In einem der Mitarbeiterhäuser wohnt noch Ernst Langenbach, mittlerweile Rentner und ehemaliger Straßenwärter, ein echtes Urgestein. Langenbach hat viele Geschichten zu erzählen, vom Winkemännchen „Johannes“, dem automatischen Fahnenschwenker, bis hin zu den Autofahrern, die früher auf der A42 geparkt haben, um Schalke-Spiele zu schauen.
Auch wenn die Autobahnmeisterei Gelsenkirchen in den letzten 50 Jahren viel erlebt hat: Schicht im Schacht ist hier noch lange nicht. Gerade wurde ausgebaut, eine neue Remise (ein Unterstand für Fahrzeuge) und ein neues Sozialgebäude zieren nun das Gelände. Das Ruhrgebiet und die Straßenwärter aus Gelsenkirchen, das gehört auch in Zukunft zusammen – oder wie man in der Region sagt: „Das passt wie Arsch auf Eimer“.