Aktiver Klimaschutz - gelebte Schulkultur

Stellungnahme

Unter dem Motto Fridays for Future ist eine weltweit agierende Bewegung von Schülern und Studierenden entstanden, die mit wöchentlichen Demonstrationen und Protestaktionen während der Unterrichtszeit auf die dramatischen Folgen der Klimakrise aufmerksam machen und die Politik zum Handeln aufrütteln will. Die Bildungsgewerkschaft GEW in Herne begrüßt, dass junge Menschen sich Gedanken um ihre Zukunft machen und sich mit phantasievollen Aktionen engagieren. Carsten Piechnik, Mitglied des Vorstandsvorsitzenden-Teams der GEW Herne sagt dazu: „Zur Demokratiebildung gehört auch, Mittel, Wege und Grenzen des demokratischen Protestes zu diskutieren.

Es ist beeindruckend, mit welcher Entschlossenheit und Selbstverständlichkeit die Schüler für ihre Überzeugungen einstehen und sie überzeugend und vertieft argumentieren. Neben ihrem Einsatz für die Sache an sich – das Eintreten für ein tiefgreifendes ökologisches Umdenken – handeln die Schüler quasi nebenbei auch zutiefst demokratisch, leben aktiv demokratische Teilhabe und üben sie ein und verdienen unserer Meinung nach Respekt für ihr politisches Engagement. Androhungen von Sanktionen bei Verletzung der Schulpflicht, wie der Eintrag von unentschuldigten Fehlstunden ins Zeugnis, halten wir nicht für den richtigen Weg. Wir begrüßen, wenn Schulleitungen und Lehrkräfte verantwortungsvoll mit den Protestbedürfnissen der Schüler umgehen und mit Projektunterricht, außerschulischem Lernen und Demokratiebildung die aktuellen Themen behandeln - das halten wir für gelebte Schul- und Demokratiekultur.

Die GEW Herne sieht auch weitere konkrete Möglichkeiten, pädagogisch zu handeln: Auch das vom Schulministerium unterstützte UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bietet die Chance, Kinder und Jugendliche besser an den gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu beteiligen und sie mitgestalten zu lassen. Das NRW-Ministerium für Schule und Bildung (MSB) unterstützt die Schulen in NRW gemeinsam mit anderen zuständigen Ministerien. Wesentliches Instrument ist die Kampagne Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit. Die von mehreren Ministerien gemeinsam getragene BNE-Agentur bündelt und koordiniert die Aktivitäten des Landes. Schwierig erscheint für die GEW Herne aber, dass derzeit die Schulen weder personell noch materiell ausreichend unterstützt sind, um dieses Bildungsziel, das für ein zentrales gesellschaftliches Zukunftsthema steht, auch ganzheitlich angehen zu können."

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