400 gegen Hass und Gewalt

Gedenken an die Pogromnacht von 1938

v.l. Dennis Kazakis, Angelina Lachenicht, Julia Marie Kirstein.
v.l. Dennis Kazakis, Angelina Lachenicht, Julia Marie Kirstein. Foto: Rüdiger Ungebauer

Ein lautes NEIN hallt über den Platz des Mahnmals an der Bebelstraße. Ein Nein zu „Hass und Gewalt gegen Schutzsuchende, Flüchtlinge, Ausländer, Menschen anderer politischer Gesinnungen, egal welcher Hautfarbe, egal welcher religiöser Orientierung. Dem gilt es mit einem lauten NEIN zu antworten!" Der Aufforderung von Dennis Kazakis, Sprecher der ver.di-Jugend, folgen die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung der Pogromnacht am Freitag (9.11.2018) lauthals. Aus 400 Kehlen wird das NEIN in die kühle Novemberluft an der Bebelstraße geschmettert.

Mein Licht gegen das Vergessen. Das Shoah-Mahnmal. Kranz am Shoah-Mahnmal.

Shoah-Gedenken

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Mein Licht gegen das Vergessen - unter diesem Motto stand die Demonstration der DGB-Jugend und der Erich-Fried-Gesamtschule (EFG), die um 10 Uhr am Shoah-Mahnmal vor dem Kulturzentrum begann, um den Opfern der Pogromnacht vom 9. November 1938 zu gedenken - in der Synagogen in ganz Deutschland brannten, angezündet von Nazis, die vom Hass gegen die Juden getrieben waren. Gedacht wurde allen Opfern des Nationalsozialismus' - und es wurde davor gewarnt, dass rechtsradikale Kräfte versuchen, den Hass auf Ausländer und Andersdenkende erneut in der Gesellschaft zu etablieren. Die Demo-Teilnehmer legten Rosen vor dem Shoah-Denkmal ab und verharrten in einer Schweigeminute. Danach ging es - ebenfalls schweigend - zum Mahnmal an der Bebelstraße. Hier hielt Norbert Arndt, DGB-Chef von Herne, eine emotionale Rede und appellierte an die Besucher - egal ob jung oder alt - Widerstand zu leisten, gegen rechtsradikales Gedankengut und Gewalt.

Auf dem Weg zur Bebelstraße.
Auf dem Weg zur Bebelstraße. Foto: Rüdiger Ungebauer

Die EFG-Schülerinnen Julia Marie Kirstein und Angelina Lachenicht hatten mit Dennis Kazakis eine Lesung entwickelt, die mit Zitaten aus Berthold Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui begann. Von der Thematik - und der Stimmung an der Bebelstraße getragen - nahmen sich die Drei die Freiheit, das Lesemanuskript zu durchbrechen „und frei Schnauze noch etwas hinzuzufügen. Ich habe gemerkt: die Mädels ziehen da auch mit - und hatten den Mut, etwas zu ergänzen. Das war eine sehr schöne Angelegenheit. Der Aufruf zum NEIN entstand auch spontan. Ich dachte mir, hier sind so viele Menschen, dass will ich jetzt hören", so Kazakis. Die Antwort der 400 hat nicht nur Kazakis gehört.

Mein Licht gegen das Vergessen.
Mein Licht gegen das Vergessen. Foto: Rüdiger Ungebauer
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