Vom Unterrichtshelfer zum Lehrer

Ein Klassenzimmer.
Klassenzimmer. (Symbolbild) Foto: Pixabay

Noch ist er meist ein stiller Beobachter und verfolgt den Unterricht in der Erich-Fried-Gesamtschule als Zuschauer. Doch das soll sich aus Sicht von Hazem Alahmad schon bald ändern. Gerne würde er wieder selber unterrichten, so wie er es in Syrien bereits getan hat. In seinem Heimatland studierte der 30-Jährige Englische Literatur. Nebenbei unterrichtete er bereits Schüler, bevor ihn der schreckliche Krieg zur Flucht zwang. Seit Herbst 2015 ist Herne seine neue Heimat. „Hier fühle ich mich richtig wohl und angekommen“, freut sich Alahmad. Die Freude wurde sogar noch größer als klar war, dass er die Zusage für einen Platz im Qualifizierungsprogramm Lehrkräfte Plus erhielt. Es bietet geflüchteten Lehrern eine Perspektive, ihren Beruf auch in Deutschland ausüben zu können. „Für mich ist das eine große Chance, mir hier etwas aufzubauen“, erklärt der Syrer, der sich gemeinsam mit rund 500 Interessierten für das Programm beworben hatte. Nur 25 wurden genommen. Alahmad ist einer von ihnen. Insgesamt ein Jahr lang dauert das Projekt. Die sprachliche und fachliche Qualifikation erfolgt an der Ruhr-Universität Bochum. Praktische Erfahrungen sammeln die Teilnehmenden an den Schulen.

Neue Räume des Ehrenamtsbüros.
Ehrenamtsbüro. (Symbolbild) Foto: Stefan Kuhn

An der Gesamtschule Wanne-Eickel war Alahmad bereits als ehrenamtlicher Unterrichtshelfer im Einsatz. Was als Ehrenamtlicher begann, könnte jetzt langfristig das Tor in eine berufliche Zukunft aufstoßen. Da verwundert es nicht, wenn der 30-Jährige betont: „Ich habe schon vielen Menschen geraten, sich freiwillig zu engagieren. In Syrien gibt es das Ehrenamt in dieser Form nicht und auch kein Ehrenamtsbüro wie bei der Stadt Herne. Gerade die Arbeit als Unterrichtshelfer hat mir sehr viel Freude bereitet, weil ich hier etwas für die Unterstützung, die ich in Deutschland erfahren habe, zurückgeben konnte.“ Aktuell bleibt für das Ehrenamt allerdings keine Zeit. Alahmad bereitet sich auf den Unterricht vor. Am Morgen steht die Praxisphase in der Erich-Fried-Gesamtschule auf dem Stundenplan, am Nachmittag pädagogische Seminare an der Uni in Bochum. Wie es am Ende des Programms weitergeht, steht noch nicht fest. „Vielleicht studiere ich noch Sport im Nebenfach, um langfristig meine berufliche Perspektive zu verbessern.“

Info: Interessierte, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten, können sich mit den beiden Ehrenamtskoordinatorinnen in der Flüchtlingsarbeit in Verbindung setzen: Monika Staszczak (Caritas) ist unter Tel 02323/92960-25 zu erreichen, Martina Wisnewski (Eine-Welt-Zentrum) unter 02323/99497-21. Allgemeine Fragen rund das Thema Ehrenamt beantworten Beate Tschöke, 02323/16 3548, Rainer Bodenschatz, 02323/16 2924, und Miriam Knappitsch, 02323/16-2595, vom Ehrenamtsbüro der Stadt Herne.

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