Montag, 25. Juni 2012
Eine Spezialeinheit der Polizei nahm am Freitagabend (22.6.) in Herne acht Mitglieder einer international tätigen Gruppe fest, denen Raubüberfälle zur Last gelegt werden; wie zum Beispiel am vergangenen Freitagmittag (22.6.) in Köln: Ein zunächst unbekannter Täter schlug die Glasvitrinen eines Juwelier-Geschäfts ein und erbeutete viele hochwertige Uhren. Während der Ermittlungen ergaben sich für die Polizei Hinweise auf Verdächtige aus dem Raum Gelsenkirchen.
Der Tatverdacht gegen die Gruppe erhärtete sich nach Abgleich der Einzelheiten verschiedener Taten und anhand der Auswertung von Videoaufzeichnungen durch die Kölner Polizei. Schon bald nach dem Einbruch in Köln fand die Gelsenkirchener Polizei sieben der Tatverdächtigen an einem Gebäudekomplex in Herne. Eine Spezialeinheit nahm sie dort fest.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um 4 Serbische Staatsbürger (25, 33, 35 und 36 Jahre alt), einen 36-jährigen Deutschen bosnischer Herkunft (Wohnsitz in Gelsenkirchen) sowie um zwei weitere Deutsche (36 und 59 Jahre alt) aus Herne und Gelsenkirchen. Die gesamte Beute des Raubes, 31 hochwertige Uhren sowie weitere Beweismittel, wurden während der Festnahme sichergestellt.
In den folgenden Abend- und Nachtstunden zu Samstag (23.6.) durchsuchte die Kripo insgesamt 5 Wohnungen in Herne und Gelsenkirchen. Hierbei nahmen sie einen weiteren 37-Jährigen, bosnischen Tatverdächtigen fest, den sie in seiner Wohnung mit einer scharfen Schusswaffe, Rauschgift sowie einer großen Anzahl weiterer Beweismittel aus anderen Straftaten antrafen. Bei den sonstigen Durchsuchungen stellten die Beamten fünf Handfeuerwaffen nebst Munition sicher.
Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um einen der Gelsenkirchener Polizei bekannten Täter aus der Vergangenheit. Der 35-jährige serbische Staatsbürger war am 23. Januar 2007 einer der Täter eines spektakulären Blitzeinbruches in Gelsenkirchen-Buer. Ziel war auch damals ein Juweliergeschäft. Erbeutet wurden Uhren / Schmuck im Wert von ca. 300.000 Euro. Die Täter fuhren bei der Tat mit einem gestohlenen Geländewagen in die Schaufenster des Geschäftes. Der 35-Jährige wurde ein halbes Jahr später zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Nachdem er einen Großteil in Deutschland verbüßt hatte, wurde er in sein Heimatland gebracht. Es besteht gegen ihn ein Haftbefehl, weil er vor Ablauf seiner Reststrafe wieder in Deutschland eingereist war.
In den Vernehmungen bei der Polizei machten die Festgenommenen keine Angaben zur Sache. Sie lassen sich anwaltlich vertreten. Nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Essen wurden zwei der 8 Festgenommenen am Samstagmorgen wieder entlassen, gegen die anderen 6 Tatverdächtigen erging am Nachmittag Haftbefehl. Die Ermittlungen dauern an.