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Die Masse Mensch als Schätzobjekt

Montag, 06. August 2012

Mit dem Schätzen von Menschenmassen ist das so eine Sache. 130.000 Leute sollen nach Angaben der Veranstalter am Samstag (4.8.2012) den Kirmesumzug live am Wegesrand gesehen haben. 130.000? Zumal: Vor zwei Jahren beim Kirmesumzug 2010 sollen es laut Polizei 180.000 gewesen sein. Diesmal also 50.000 weniger?

Wir können ja mal rechnen. Die Strecke vom St. Jörgen Platz in Eickel bis zur Kirmes in Crange ist 5000 m lang. Wenn links und rechts des Weges je Meter ein Besucher steht, dann macht das 10.000 Besucher. Wenn die Leute links und rechts des Weges durchgängig in Sechserreihen stehen (wohlgemerkt: durchgehend, ohne Lücke, in Sechserreihen, auf beiden Seiten, bis zum Kirmesplatz), dann wären das 60.000. Also - ungefähr eine Füllung der Schalke-Arena.

Wo haben sich dann die fehlenden 70.000 Zuschauer versteckt? Klar: In den Fenstern der Häuser ging es bunt und munter zu, und - samt Security - haben sich rund 5000 Leute als Teilnehmer am Zug beteiligt. Nicht zu vergessen Polizei, DRK, Feuerwehr. Selbst wenn wir diesen "Nebenposten" überschwenglich mit 20.000 veranschlagen, käme das Gesamtergebnis nicht über 80.000 hinaus.

Und mal ganz ehrlich: 80.000 Menschen beim Kirmesumzug in Wanne-Eickel - das ist doch ein Super-Ergebnis!

Text: Günter Mydlak